komplexe posttraumatische Belastungsstörung (K-PTBS)
Die Behandlung
1. Phase - Stabilisierung
Manchmal reichen die Methoden der Stabilisierungsphase aus, um wieder deutlich mehr Lebensqualität zu erfahren. Unser Fokus richtet sich dabei auf vorhandenen Stärken und körperliche sowie psychische Ressourcen, welche wir mobilisieren um wieder ein Gefühl von Sicherheit zu erlangen. Reorientierung und Distanzierung unterstützen eine Präsenz im Hier und Jetzt zu entwickeln. Achtsamkeitsübungen, Körperarbeit, traumasensitives Yoga, Atemübungen verbessern die Selbstwahrnehmung und Selbstregulierungsmöglichkeiten und fördern einen angenehmeren Bezug zum eigenen Körper. Bereits in dieser Phase können sich traumatypische Symptome deutlich reduzieren, weil sich das Toleranzfenster vergrößert.
2. Phase - Traumabearbeitung
Je mehr innere Stabilität und Sicherheit empfunden und im Leben integriert werden kann, desto mehr kann eine schonende Traumabearbeitung Thema sein. Durch sehr langsames, bewusstes und behutsames Vorgehen lernen die Klienten zu verstehen, wie ihr Körper funktioniert und welche Art von Unterstützung er benötigt, um die gebundene hohe Stressenergie abzubauen und den Körper in seine natürliche Fähigkeit zur Selbstregulation zu bringen bzw. ihn dabei zu unterstützen. Aus der gegenwärtigen Distanz heraus betrachten wir, was immer wieder an die Oberfläche drängt. Der Körper wird mit all seinen Sinnen einbezogen. Im Gespräch erkunden wir Empfindungen und Körperwahrnehmungen und beziehen den Körper über Bewegung und Wahrnehmung von Bewegung sowie das gesamte Nervensystem mit in den Lösungsprozess ein. Eine Traumabearbeitung unterstützt das Auflösen von akuten und chronischen Stresssymptomen und Traumafolgestörungen durch Freisetzen der im Nervensystem gebundenen Spannungen in achtsamer Weise.
3. Phase - Integration
Das Ereignis kann nicht ungeschehen gemacht werden, jedoch ist es möglich, die Erfahrungen so zu verarbeiten, dass das Erlebte seinen Platz in der eigenen Lebensgeschichte findet und Erinnerungen daran nicht mehr überfluten.
Ein wichtiger Teil des Integrationsprozesses ist das Würdigen von Trauer, Schmerz, Wut und traumabedingten Einschränkungen im Leben.