körperorientierte Psychotherapie und Traumatherapie

ENTWICKLUNGs-und BindungsTRAUMAT


Ursachen

Ein Entwicklungstrauma entsteht, wenn ein Kind über längeren Zeitraum hohem Stress oder diesem über einen längeren Zeitraum wiederholend ausgesetzt ist. Wenn sich ein Kind in seiner Fähigkeit mit seiner eigenen Individualität und Würde in Verbindung zu sein bedroht fühlt, trägt dies zur Entstehung maßgeblich bei.

Die Folgen eines Entwicklungstraumas sind oftmals sehr einschneidend, weil sich betroffene Kinder nicht normal entwickeln können und die Weiterentwicklung des Kindes empfindlich gestört werden kann. Die Erfahrungen können sich auf verschiedenen körperlichen Ebenen, wie der Haltung, der Beweglichkeit, in Mimik und Gestik, der Körperwahrnehmung, im Atemrhythmus und der Möglichkeit Emotion und Stress adäquat zu regulieren manifestieren. Entwicklungstraumata verletzen ein Kind sowohl in seiner Individualität als auch in seiner Fähigkeit zur Bindung und Beziehungsgestaltung.


Ein Entwicklungstrauma zeigt sich nicht nur im Verhalten von Menschen, sondern auch messbar in ihrem Nervensystem, denn es zeigen sich identische Merkmale im Nervensystem wie bei Menschen, welche ein Schocktrauma erlebt haben. Durch ein Entwicklungstrauma kann eine komplexe posttraumatische Belastungsstörung entstehen.

Mögliche Gründe für ein Entwicklungstrauma

  • komplizierte Schwangerschaft der Mutter
  • schwierige Geburtsverläufe
  • frühe Trennungserfahrungen von den Eltern (z.B.: Krankenhausaufenthalt)
  • emotionale Vernachlässigung
  • dysfunktionale Familienverhältnisse
  • psychisch erkrankte Elternteile
  • Geburt von Geschwistern in der frühen Entwicklungsphase
  • Gewalterfahrungen (körperliche, sexualisierte oder seelische)
  • Verlust von Bezugspersonen in der Kindheit
  • Überbehütete Kindheit
  • Extremer Mangel an Entscheidungsmöglichkeiten




Mögliche Folgen als Erwachsener

  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Kontrollbedürfnis
  • Selbstüberforderung
  • Angst vor Ablehnung
  • niedrige Stress-Toleranz
  • verzerrte Selbstwahrnehmung
  • psychosomatische Erkrankungen
  • Schwierigkeiten bei der Selbstregulation
  • hohe und dauerhafte Aktivierung des Nervensystems (z.B. Schlafstörungen, innere Unruhe)
  • Schwierigkeiten sich Abzugrenzen und Grenzen zu ziehen
  • Beziehungsstörungen
  • Depression
  • Angststörungen
  • Panikstörungen
  • Burn Out
  • AD(H)S
  • Erschöpfungssyndrom
  • Essstörungen
  • Zwangsstörungen
  • Süchte (Alkohol, Drogen, Medikamente)
  • Schmerzzustände